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Rückblende im Brüggefeld: Eigentlich ging die "Soester Fehde" die Menschen im Solling gar nichts an. Ja, wahrscheinlich hatte hier sogar kaum jemand von dem fünfjährigen Kleinkrieg, der sich 100 Kilometer westlich zwischen dem Erzbischof von Köln und der Stadt Soest abspielte, jemals etwas gehört. Schließlich war die eigene Welt nicht viel größer als man an einem Tag zu Fuß erlaufen konnte.
Es war im Sommer 1447, als das Söldnerheer des Erzbischofs von Köln die Städte Lippstadt und Soest erfolglos belagerte. Die Fehde wurde zwar noch zwei Jahre fortgesetzt, die Soldaten aber wegen erwiesener Erfolglosigkeit ohne den versprochenen Lohn nach Hause geschickt.
Das, was den wehrhaften Soestern erspart blieb, nahmen sich die böhmischen Söldner nun von den Menschen am Wege nach Osten. Wer sich nicht wehren konnte, wurde erbarmungslos ausgeraubt und gegebenenfalls getötet. Eine Spur der Verwüstung blieb zurück. Daher haben wir heute das Wort "Wüstung" für einen Ort, der unsichtbar geworden ist.
Schmeeßen, ein paar hundert Meter vom Brüggefeld gelegen, ist so ein Ort. Hier oberhalb von Lauenförde, wo heute der Sollingwald beginnt, gab es 1447 mindestens eine Kirche, vielleicht sogar ein kleines Dorf. Die Wut über den verlorenen Krieg und den entgangenen Lohn war bei den Soldaten wohl noch sehr groß, als sie nach der Weserüberquerung Schmeeßen erreichten und hier wenig Beute machen konnten. So wurde alles kurz und klein geschlagen, was den Menschen dienlich sein konnte und von ihnen geliebt wurde. Nichts war ihnen heilig, schon gar nicht eine Kirche.
Von Schmessen und vom benachbarten Winnefeld blieben nur Steinhaufen übrig. Und auch diese versanken schon bald im überwuchernden Wald. Die Spuren menschlichen Lebens verschwanden im Nebel der Geschichte bis - ja, bis jemand sagte: "Hier muss was gewesen sein!", zu graben anfing und fündig wurde.
Das ist erst ein paar Jahre her. Um den archäologischen Schatz heben zu helfen, wurde der Kultur-Naturhistorische Dreiländerbund Weserbergland e. V. gegründet. Unter der wissenschaftlichen Leitung der Professoren Dr. Hans-Georg Stephan, Halle, und Dr. Michael Bendon, Kyoto, wurden Studenten aus verschiedenen Ländern mit den Mitgliedern des Vereins zu einem engagierten Ausgrabungsteam. Über die Ausgrabungen in Schmeeßen übernahm Uwe Schünemann MdL die Schirmherrschaft.
Warum Uwe Schünemann MdL Schirmherr geworden ist? "Hätte es damals einen Minister gegeben, der für eine bessere Innere Sicherheit gesorgt hätte, würde Schmeeßen vielleicht noch heute ein Dorf in meinem Wahlkreis sein", sagt Schünemann augenzwinckernd, "außerdem finde ich es toll, wenn sich Menschen auf diese Weise ehrenamtlich für den zunehmenden Kulturtourismus engagieren. Das Mittelalterliche Fest in Schmeeßen könnte ein neuer Anziehungspunkt werden."
Wer mehr über den KNDW, die Ausgrabungen und das mittelalterliche Fest in Schmeeßen wissen möchte: www.kndw-ev.de
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